Manfred Beyer
Dat Ungeborene snakt.

Plattdeutsche Übertragung mit freundlicher Genehmigung                                  der Kurt-Tucholsky-Stiftung

 (Kurt Tucholsky)

För mi sorgt se all: Kark, Stoot, Doktorn und Richter. Ik schall wassen und gedeih'n; Ik schall negen Monate slopen, ik schall mi dat gut goon looten - se wünsch mi alln's Gude. Se betüddelt mi. Se pass op mi op. Gnade Gott, wenn mien Öllern mi wat andoon wull'n; denn sind se all door. De, de mi anröhrt ward bestroft; mien Mudder flügt in Knast, mien Vadder achternoh; de Doktor de dat doon hett, mut ophörn Doktor to ween, de Hebamm de holpen hett ward inspaart - ik bin een kostbare Sook.

För mi sorgt se all; Kark, Stoot, Doktorn und Richter. Negen Monate lang.

Wenn disse negen Monate nun aver vörbi sind, denn mutt ik sehn, wie ik wieder koom. Tuberkolose?- Keen Doktor hölp mi. Nix to Eeten? keen Melk ? - Keen Stoot hölpt mi. Piesaken und Seelennot? De Kark tröstet mi, avers dorvun ward ik ni satt. Und heff ik nix to breken und bieten, und mok denn lange Finger, denn is glieks een Richter door und spart mi in. Foftig Johr ward sik nümms um mi kümmern, keen een. Da mutt ik mi sülms hölpen.

Negen Monate lang bringt Se sik för mi um, wenn mi eener umbringen will. Sech sülms,is dat ni een komodsche Fürsorge ?

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